Carolina Bubbico und die Stimme als eigenes Universum: „Vocàlia“ kommt nach Deutschland

Carolina Bubbico bringt mit „Vocàlia“ ein außergewöhnliches Vokalprojekt nach Deutschland. Zwischen Jazz, Weltmusik und zeitgenössischen Klanglandschaften erzählt ihr neues Album von Veränderung, Hoffnung und der grenzenlosen Kraft der Stimme.

6. August 2026 · 4 min

carolina bubbico

Manche Alben entstehen nicht einfach aus einer Reihe von Liedern. Sie entstehen aus einer Veränderung, aus einer neuen Perspektive auf die Welt und aus dem Wunsch, eine andere Sprache zu finden. Mit „Vocàlia“ hat Carolina Bubbico ein Werk geschaffen, in dem die Stimme nicht nur ein Instrument ist, sondern der Mittelpunkt eines ganzen musikalischen Universums.

Nach der Veröffentlichung ihres neuen Albums im April 2026 bringt die italienische Sängerin, Multiinstrumentalistin, Arrangeurin und Dirigentin dieses besondere Projekt nun auch auf deutsche Bühnen.

Sechs Konzerte zwischen Jazzclubs und Kulturorten

Die Tour führt Carolina Bubbico Ende November und Anfang Dezember durch einige besondere Spielstätten in Deutschland:

27. November – München (Deutschland) – Unterfahrt

28. November – Aalen (Deutschland) – The Room

29. November – Berlin (Deutschland) – A Trane

30. November – Hamburg (Deutschland) – Nica Jazz Club

1. Dezember – Leverkusen (Deutschland) – Scala

2. Dezember – Helmbrechts/Bayreuth (Deutschland) – Textilmuseum

Die deutschen Konzerte folgen auf den erfolgreichen internationalen Auftritt am 16. Juni im Italienischen Kulturinstitut in Los Angeles anlässlich des Festa della Musica. Dort präsentierte Carolina Bubbico ihre Musik vor einem internationalen Publikum und zeigte erneut ihre Fähigkeit, Jazz, Pop, Weltmusik und zeitgenössische Klangexperimente miteinander zu verbinden.

„Vocàlia“: Wenn die Stimme zur Landschaft wird

Veröffentlicht wurde „Vocàlia“ beim US-amerikanischen Label GroundUP Music, das vom Snarky-Puppy-Musiker Michael League gegründet wurde. Es ist das vierte Album der aus Apulien stammenden Künstlerin und zugleich ihr bisher ambitioniertestes Projekt.

Im Zentrum steht eine ungewöhnliche Idee: eine mehrsprachige, ausschließlich vokale Klangwelt, in der die Stimme gleichzeitig Melodie, Rhythmus, Harmonie und Botschaft wird.

Neun Titel verbinden unterschiedliche Sprachen und kulturelle Einflüsse. Italienisch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch treffen aufeinander und schaffen einen musikalischen Dialog ohne Grenzen.

Ein Album über Veränderung und Neubeginn

Die Entstehung von „Vocàlia“ fällt in eine Phase großer persönlicher Veränderungen. Die Mutterschaft wurde für Carolina Bubbico zu einer tiefen Erfahrung, die neue Emotionen und kreative Wege eröffnet hat.

Das Album erzählt von Krisen, die überwunden werden, von neuen Anfängen und von der Suche nach Vertrauen. Es ist ein persönliches Geschenk an ihre Tochter Nina und zugleich eine Botschaft der Hoffnung für die Zukunft.

Der Titel selbst verweist auf seine Bedeutung: „Vocàlia“ hat lateinische Wurzeln und erinnert an die Vokale, die grundlegenden Elemente jeder Sprache. Im musikalischen Kontext wird daraus ein poetischer Name für ein Projekt, in dem die Stimme selbst zur Hauptfigur wird.

Eine Chormusik ohne Grenzen

Bei der Produktion des Albums legte Carolina Bubbico besonderen Wert auf Klangfarben, Dynamik, Silben und die vielen Möglichkeiten der menschlichen Stimme.

Manchmal entstehen Dialoge zwischen einzelnen Stimmen, manchmal verwandelt sich der Gesang in den Hintergrund einer Bläserformation oder einer Streichergruppe. An anderen Stellen wird die Stimme selbst zu einem rhythmischen Instrument, das komplexe Polyrhythmen erschafft.

An diesem besonderen Klanguniversum wirkten Künstlerinnen und Künstler wie Becca Stevens, Greta Panettieri, Giuseppe Anastasi, Simona Severini, Lauryyn, Antonio Villeroy und Cristiana Verardo mit.

Von „Everlove“ bis „Filosofia dello Stare Bene“

Aus dem Album wurden bereits drei Singles veröffentlicht:

„Everlove“ mit Becca Stevens

„Uma rosa e um bordado“ mit Mari Jasca

„Filosofia dello Stare Bene“

Die rhythmische Seite von „Vocàlia“ wurde durch den finnischen Percussionisten Abdissa Assefa geprägt, der Klänge aus verschiedenen musikalischen Traditionen der Welt einbrachte.

Filippo Bubbico übernahm die gesamte Produktion, spielte die Synth-Bässe und entwickelte durch die Bearbeitung der Sounds eine moderne und experimentelle Klangästhetik.

Carolina Bubbico: Zwischen Bühne, Orchester und Komposition

Carolina Bubbico gehört zu den vielseitigsten Künstlerinnen der italienischen Musikszene. Sie arbeitet als Sängerin, Multiinstrumentalistin, Arrangeurin und Dirigentin und war bereits auf internationalen Bühnen zu erleben, darunter die Blue-Note-Clubs in Tokio und Peking.

Dreimal war sie Teil des Festival di Sanremo als Arrangeurin und Orchesterleiterin: 2015 für Serena Brancale und Il Volo, die damals den Wettbewerb gewannen, 2023 für Elodie und 2026 für Ditonellapiaga.

Ihr Debütalbum „Controvento“ erschien, als sie 23 Jahre alt war. Danach folgten die Alben „Una donna“ (2015) und „Il dono dell’ubiquità“ (2020).

Neben ihrer eigenen Musik entwickelt Carolina Bubbico auch orchestrale Projekte. Dazu gehören die Earth Wind & Fire Experience beim Sicilia Jazz Festival und das sinfonische Projekt „Pangea“, das den Dialog zwischen verschiedenen Kulturen musikalisch erforscht.

Als Transkriptorin arbeitete sie außerdem für den Musikverlag Hal Leonard mit Künstlern wie Måneskin, Stromae, Marco Mengoni, Niccolò Fabi, Dardust und Rosalía. Heute unterrichtet sie Popgesang am Konservatorium „Tito Schipa“ in Lecce.

Mit „Vocàlia“ zeigt Carolina Bubbico eine Musik, die nicht nur gehört, sondern erlebt werden möchte. Eine Reise durch Stimmen, Sprachen und Emotionen, bei der aus vielen einzelnen Klängen ein gemeinsamer Raum entsteht.